Was für gegen Gegensätze: Hier muss Galeria Karstadt Kaufhof alle Register ziehen, um nicht in der Corona-Krise unterzugehen. Nun sind die Mieten dran. Dort nutzt der Online-Supermarkt Picnic alle Chancen, die sich ihm jetzt bieten. Doch vielerorts blicken etliche Unternehmer bang in die Zukunft.

///// Branche & Politik
Picnic baut die Logistik aus
Für Picnic läuft es trotz – oder eher – wegen der Corona-Krise besser. Und weil die Nachfrage nach online bestellten Lebensmitteln steigt, muss auch die Logistik mitwachsen. An diesem Mittwoch hat der Online-Supermarkt sein zweites Fulfillment-Center eröffnet. In Herne wurde eine Fläche von 15.000 Quadramter bezogen. Laut Picnic habe sich wegen der veränderten Lage im Laden die Nachfrage mehr als verdoppelt, das Unternehmen habe in den zurückliegenden drei Wochen mehr als 200 neue Mitarbeiter eingestellt. Jetzt kommen noch die neuen Kräfte im Herner Fulfillment-Center hinzu, es wird hier mit insgesamt 1.000 Mitarbeitern gerechnet. Mit dem Standort in Herne kann Picnic seine die Kapazität Deutschland mehr als verdoppeln. Zusätzlich wird in dieser Woche der Sonntag als Liefertag eingeführt.

Galeria Karstadt Kaufhof kappt die Mieten
Im Kampf um seinen Fortbestand muss Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) auf jedes Mittel zurückgreifen. Kurzarbeit, verspätetes Bezahlen der Lieferanten – und jetzt geht es an die Mieten. Mitzahlungen werden ausgesetzt, teilt das Unternehmen in einem Schreiben an Vermieter. Der Warenhauskonzern behalte sich eine Rückzahlungsforderung für die Hälfte der für den Monat März bereits erfolgten Zahlungen vor, schreibt die TextilWirtschaft. Die besondere Konstellation bei GKK ist, dass etliche Häuser dem Konzerneigentümer Signa gehören - ein weiterer Teil hat andere Eigentümer, wenn auch nur zum Teil. So hatte Commerz Real, die Immobilientochter der Commerzbank, im Dezember vorigen Jahres 20% an zehn Kaufhofstandorten in 1a-Lagen erworben. Es ging damals um 371.600 Quadratmeter Mietfläche, zu der unter anderem die in Düsseldorf, Köln und Frankfurt gehören. Auf die Frage von etailment, wie Commerz Real auf die neue Lage bei GKk reagiere, antwortete ein Unternehmenssprecher: "Wir sind als Langfrist-Investor von der nachhaltigen Qualität der Standorte überzeugt und werden gemeinsam mit Signa unsere Pläne zur Weiterentwicklung der Häuser ungeachtet der temporären Corona-Krise fortführen." 

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Angst vor Insolvenz
Nach etwas mehr als einer Woche Lockdown verdüstert sich die Lage in der deutschen Wirtschaft. Für 18 Prozent der deutschen Unternehmensentscheider ist eine Insolvenz der eigenen Firma für wahrscheinlich, heißt es in einer Umfrage des Marktforschers Yougov unter Entscheidern. Immerhin drei Viertel halten dies für unwahrscheinlich. Für dieser Umfrage wurden 529 Unternehmensentscheider befragt. Am häufigsten (60 Prozent) geben Unternehmensentscheider bei der Frage, welchen Einfluss das Coronavirus bereits auf die eigene Firma genommen habe, Unsicherheit und Sorge unter den Mitarbeitern an. Etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) sagt, dass durch die Krise Geschäftsreisen und externe Termine abgesagt werden mussten. 47 Prozent sprechen von Umsatzeinbrüchen, 45 Prozent geben an, dass Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten und ebenso viele, dass im Büro mehr auf Hygienemaßnahmen, wie die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln, geachtet wird.

Direkter Draht
Ebay kooperiert ab sofort mit der Multichannel-Commerce-Plattform Shopify. Die Partnerschaft ermöglicht es Shopify-Händlern, ihre Produkte direkt von ihrem Konto aus bei Ebay einzustellen und zu verkaufen.

///// Marketing
Bonus mit Paypack Pay
Payback nutzt die Gunst der Stunde, um Verbraucher für ihre mobile Zahlfunktion Payback Pay zu gewinnen und noch stärker an sich zu binden. Für das kontaktlose, "rücksichtsvolle Verhalten an der Kasse" werden Kunden, die Payback Pay nutzen, in den kommenden zwei Monaten mit doppelten Basispunkten auf den gesamten Einkauf belohnt. 

///// Technik
Löchrige Datensicherheit
Die Coronakrise hat der Software Zoom ein rasantes Wachstum beschert. Sie gehört zu den beliebtesten Anwendungen für Videogespräche. Jetzt droht ein Rückschlag. Denn Sicherheitsexperten, Datenschutzbefürworter, Gesetzgeber und sogar das FBI davor warnen, dass die Standardeinstellungen von Zoom nicht sicher genug sind.

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